Wholeheartedly Magazine

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Kleines, großes Ganzes

Warum wir große Dinge immer zuerst im Kleinen verändern | Monday Editions

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Helen Burkard
Okt. 19, 2026

Als ich angefangen habe, Autofahren zu lernen, hatte ich einen bestimmten Vorsatz: Ich hatte mir vorgenommen, nicht zu einem dieser Menschen zu werden, die ständig beim Autofahren schimpfen. Was soll ich sagen… Vorsatz hin oder her, es hat sich schneller eingeschlichen, als ich gucken konnte.

Eine kleine Weltkugel über einer ausgebreiteten Handfläche vor bergigem Landschaftshintergrund
Bild: Valentin Antonucci

Ich bin Helen und schreibe hier im WH Magazine über Autonomie und Handlungsfähigkeit. Mit einem kostenlosen oder bezahlten Abo bekommst du neue Texte künftig direkt in dein Email-Postfach:


Obwohl ich ja weiß, dass Schimpfen rein gar nichts an der Ist-Situation ändert. Die Person vor mir wird deshalb nicht plötzlich doch das Gaspedal finden. Sie wird trotzdem dieselben drei Werktage zum Abbiegen brauchen und dabei weiterhin konsequent die Existenz ihrer Blinker ignorieren.

Ob ich jetzt als wütender Rohrspatz hinterherfahre oder total gelassen bleibe, wird an diesen Tatsachen nichts ändern - mit mir und meiner Energie macht es aber was. Und genauso ist es auch mit gewissen übergreifenden Dingen, die mit dem Autofahren rein gar nichts zu tun haben.

Was ich natürlich machen kann, beim Autofahren und bei Situationen, die sich so ähnlich anfühlen wie im Sonntagsverkehr zu stecken: ich kann mir überlegen, ob ich in der Kurve überhole oder supernah auffahre. Nur riskiere ich dann eben auch mehr Verletzungen und Unfälle.

Egal, ob die andere Person als echtes Verkehrshindernis unterwegs ist oder nicht: ich bin in jedem Fall am Unfall beteiligt, wenn ich mich in dem Szenario so verhalte. Ich hätte ja genauso Abstand halten und langsamer fahren können.


Und so ist es irgendwie auch, wenn man sich zu sehr den Kopf über Dinge zerbricht, die man nicht beeinflussen kann.

Man verliert den Blick für das Veränderbare.

Wir verkommen zur Nebenfigur in unserer eigenen kleinen Welt, wenn das große Ganze unsere gesamte Energie beansprucht. Wir können keinen Schritt mehr gehen.

Es fühlt sich vielleicht erst einmal so an, als würden wir dem großen Ganzen zu wenig Aufmerksamkeit schenken, weil wir es gewohnt sind, uns gedanklich viel auf dieser Ebene aufzuhalten.

Aber weißt du, was das Schöne ist?

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