Vor 35 Jahren habe ich drei Jahre lang um das damals schönste Mädchen aus dem Stadtgebiet gebalzt. Dann hatte ich keine Lust mehr und hab lieber vor den Boxen auf der Tanzfläche getanzt. Los gelassen! Letztendlich waren wir dann zwölf Jahre zusammen. Wir hatten keine Vereinbarung. Wir waren immer zusammen. Ein Doppelname sozusagen. Dann Trennung, ich dachte, ich träume. Manche haben halt schon die nächste Liane in der Hand. Ich Eifersucht, die Gewohnheit, die Abhängigkeit. Ich war noch nicht erwachsen, unvollständig, Selbstliebe?. Fünf Jahre später, dann in die nächste zehnjährige Beziehung, genauso abhängig voneinander, man hat sich ergänzt. Keiner wollte mehr alleine bleiben. Erwartungshaltungen überall. Co-Abhängigkeit. Nach dieser Trennung habe ich anders gemacht. Naja, am Anfang gleich alles falsch, erst mal. Immer mehr zurückgezogennund mich selbst kennengelernt. Ich habe Frieden mit mir geschlossen und mit anderen. Rucki zucki sind drei Jahre um. Ich tanze, ich pfeife. Ich rede mit mir. Das geht meiner Erfahrung nach nur im Alleinsein ohne Ablenkung. Man muss erst selbst wachsen, und wenn man dann feste Wurzeln hat und geerdet ist, kann man bedingungslos geben. Ohne Erwartungen.
Ich glaube viele Menschen überspringen das komplett. Männer wie Frauen. Von einer Beziehung direkt in die nächste, weil Alleinsein sich anfühlt wie Unvollständigkeit. Man braucht die bessere Hälfte, weil man sich selbst nicht als ganz empfindet. Das Ego braucht Bestätigung, jemanden der auffängt, der spiegelt.Schnicki schnacki. Geht der andere mal alleine spazieren oder braucht kurz seinen Raum, reicht das schon für Eifersucht und Misstrauen. Eifersucht ist dann nur ein Symptom davon.
Wer sich selbst nicht angenommen hat, gibt weiter was er kennt. Erwartungen, Eifersucht, Abhängigkeit. Liebe ohne Bedingungen fängt bei einem selbst an.
„Wer sich selbst nicht angenommen hat, gibt weiter was er kennt“ - perfekt auf den Punkt gebracht. Ich danke dir sehr fürs Teilen deiner Geschichte, deiner Erfahrungen und deiner heutigen Perspektive auf die Dinge.
Ich denke, Selbstbestimmung geht immer Hand in Hand mit einer gewissen Selbstverantwortung. Dazu gehört auch, dass man in der Lage ist, sich ehrlich mit sich selbst auseinanderzusetzen, um seine Beziehungen mit Intention zu gestalten statt nur reaktiv zu sein.
Ich bin manchmal ungeduldig mit mir, was meine Lernprozesse in diesem Zusammenhang angeht und es hilft sehr, zu hören, dass es dauern darf - ja sogar soll, wahrscheinlich.
Wenn du eine Frage erlaubst: was hat dir beim Wachsen geholfen? Und was hilft dir heute dabei, geerdet zu bleiben
Was mir bei meinem Wachstum geholfen hat, war zuerst der Körper.
Ich musste ein Fundament schaffen: Mikronährstoffe auffüllen, Ernährung ernst nehmen, Biochemie verstehen. Irgendwann habe ich gemerkt: Klarheit beginnt oft nicht im Kopf, sondern im Nervensystem, im Stoffwechsel, im Schlaf, in der Energie.
Danach kam die Frage: Was ist eigentlich meins, und was wurde mir nur mitgegeben?
Da haben mir Modelle geholfen, die Konditionierung sichtbar machen: Human Design, der Tzolkin bzw. das Dreamspell-System, Reality-Tunnels, neurologische Relativität, auch das SNAFU-Prinzip. Nicht als Wahrheit. Eher als Werkzeuge, um zu erkennen, wie Wahrnehmung, Prägung und soziale Systeme funktionieren.
Ein großer Punkt war Selbstakzeptanz. Zu verstehen: Der Mensch, mit dem ich am längsten leben muss, bin ich selbst. Also sollte ich aufhören, gegen mich zu arbeiten.
Dann kam Vergebung. Anderen gegenüber, aber auch mir selbst gegenüber. Frieden schließen mit Dingen, die nicht sauber, nicht schön und nicht gerecht waren.
Heute erdet mich vor allem Einfachheit.
Körper pflegen. Wahrheit sprechen. Nicht alles kontrollieren wollen. Im Jetzt bleiben. Tao, Wu Wei, weniger Druck, mehr Bewegung aus dem Moment.
Und vielleicht am meisten: das Leben wieder als Spiel zu sehen. Ernst genug, um bewusst zu handeln. Leicht genug, um nicht daran zu zerbrechen.
Danke... das mit dem erst ich dann du dann wir...hab ich aus dem Hörbuch "raus aus dem Beziehungs Burnout" von Daniela Bernhardt... ist leider nicht mein Gedanke...
Unfassbar gut geschrieben und wieder etwas was ich gern früher gelesen hätte. Denn genau so haben alle meine Beziehungen angefangen und die letzte Ehe is gescheitert weil die Existenz der anderen Person irgendwann an mir g
Hing. In meiner.jetzigen Ehe war es auch so... aber ich hab da grad noch die Kurve bekommen..und jetzt Leben wir den Grundsatz "erst ich dann du dann wir" und wir werden besser darin. Also danke für diesen unfassbar tollen und wunderbar geschrieben Text. Sehr wertvoll.
Oh Elisa, ich danke dir vielmals für deine lieben Worte - das ehrt mich wirklich sehr. „Erst ich, dann du, dann wir“ ist ein unglaublich schöner gemeinsamer Anker, den finde ich großartig. Ich wünsche euch alles erdenklich Gute.
Vor 35 Jahren habe ich drei Jahre lang um das damals schönste Mädchen aus dem Stadtgebiet gebalzt. Dann hatte ich keine Lust mehr und hab lieber vor den Boxen auf der Tanzfläche getanzt. Los gelassen! Letztendlich waren wir dann zwölf Jahre zusammen. Wir hatten keine Vereinbarung. Wir waren immer zusammen. Ein Doppelname sozusagen. Dann Trennung, ich dachte, ich träume. Manche haben halt schon die nächste Liane in der Hand. Ich Eifersucht, die Gewohnheit, die Abhängigkeit. Ich war noch nicht erwachsen, unvollständig, Selbstliebe?. Fünf Jahre später, dann in die nächste zehnjährige Beziehung, genauso abhängig voneinander, man hat sich ergänzt. Keiner wollte mehr alleine bleiben. Erwartungshaltungen überall. Co-Abhängigkeit. Nach dieser Trennung habe ich anders gemacht. Naja, am Anfang gleich alles falsch, erst mal. Immer mehr zurückgezogennund mich selbst kennengelernt. Ich habe Frieden mit mir geschlossen und mit anderen. Rucki zucki sind drei Jahre um. Ich tanze, ich pfeife. Ich rede mit mir. Das geht meiner Erfahrung nach nur im Alleinsein ohne Ablenkung. Man muss erst selbst wachsen, und wenn man dann feste Wurzeln hat und geerdet ist, kann man bedingungslos geben. Ohne Erwartungen.
Ich glaube viele Menschen überspringen das komplett. Männer wie Frauen. Von einer Beziehung direkt in die nächste, weil Alleinsein sich anfühlt wie Unvollständigkeit. Man braucht die bessere Hälfte, weil man sich selbst nicht als ganz empfindet. Das Ego braucht Bestätigung, jemanden der auffängt, der spiegelt.Schnicki schnacki. Geht der andere mal alleine spazieren oder braucht kurz seinen Raum, reicht das schon für Eifersucht und Misstrauen. Eifersucht ist dann nur ein Symptom davon.
Wer sich selbst nicht angenommen hat, gibt weiter was er kennt. Erwartungen, Eifersucht, Abhängigkeit. Liebe ohne Bedingungen fängt bei einem selbst an.
„Wer sich selbst nicht angenommen hat, gibt weiter was er kennt“ - perfekt auf den Punkt gebracht. Ich danke dir sehr fürs Teilen deiner Geschichte, deiner Erfahrungen und deiner heutigen Perspektive auf die Dinge.
Ich denke, Selbstbestimmung geht immer Hand in Hand mit einer gewissen Selbstverantwortung. Dazu gehört auch, dass man in der Lage ist, sich ehrlich mit sich selbst auseinanderzusetzen, um seine Beziehungen mit Intention zu gestalten statt nur reaktiv zu sein.
Ich bin manchmal ungeduldig mit mir, was meine Lernprozesse in diesem Zusammenhang angeht und es hilft sehr, zu hören, dass es dauern darf - ja sogar soll, wahrscheinlich.
Wenn du eine Frage erlaubst: was hat dir beim Wachsen geholfen? Und was hilft dir heute dabei, geerdet zu bleiben
Was mir bei meinem Wachstum geholfen hat, war zuerst der Körper.
Ich musste ein Fundament schaffen: Mikronährstoffe auffüllen, Ernährung ernst nehmen, Biochemie verstehen. Irgendwann habe ich gemerkt: Klarheit beginnt oft nicht im Kopf, sondern im Nervensystem, im Stoffwechsel, im Schlaf, in der Energie.
Danach kam die Frage: Was ist eigentlich meins, und was wurde mir nur mitgegeben?
Da haben mir Modelle geholfen, die Konditionierung sichtbar machen: Human Design, der Tzolkin bzw. das Dreamspell-System, Reality-Tunnels, neurologische Relativität, auch das SNAFU-Prinzip. Nicht als Wahrheit. Eher als Werkzeuge, um zu erkennen, wie Wahrnehmung, Prägung und soziale Systeme funktionieren.
Ein großer Punkt war Selbstakzeptanz. Zu verstehen: Der Mensch, mit dem ich am längsten leben muss, bin ich selbst. Also sollte ich aufhören, gegen mich zu arbeiten.
Dann kam Vergebung. Anderen gegenüber, aber auch mir selbst gegenüber. Frieden schließen mit Dingen, die nicht sauber, nicht schön und nicht gerecht waren.
Heute erdet mich vor allem Einfachheit.
Körper pflegen. Wahrheit sprechen. Nicht alles kontrollieren wollen. Im Jetzt bleiben. Tao, Wu Wei, weniger Druck, mehr Bewegung aus dem Moment.
Und vielleicht am meisten: das Leben wieder als Spiel zu sehen. Ernst genug, um bewusst zu handeln. Leicht genug, um nicht daran zu zerbrechen.
Hallo Helen, ich schreib dir eine DM. Es wird nämlich ein bisschen länger, und ich möchte dir speziell antworten, weil du speziell gefragt hast xD
Danke... das mit dem erst ich dann du dann wir...hab ich aus dem Hörbuch "raus aus dem Beziehungs Burnout" von Daniela Bernhardt... ist leider nicht mein Gedanke...
Unfassbar gut geschrieben und wieder etwas was ich gern früher gelesen hätte. Denn genau so haben alle meine Beziehungen angefangen und die letzte Ehe is gescheitert weil die Existenz der anderen Person irgendwann an mir g
Hing. In meiner.jetzigen Ehe war es auch so... aber ich hab da grad noch die Kurve bekommen..und jetzt Leben wir den Grundsatz "erst ich dann du dann wir" und wir werden besser darin. Also danke für diesen unfassbar tollen und wunderbar geschrieben Text. Sehr wertvoll.
Oh Elisa, ich danke dir vielmals für deine lieben Worte - das ehrt mich wirklich sehr. „Erst ich, dann du, dann wir“ ist ein unglaublich schöner gemeinsamer Anker, den finde ich großartig. Ich wünsche euch alles erdenklich Gute.