Adenomyose: was wirklich bei den Symptomen hilft
Und: warum Periodenschmerzen nicht normal sind. | Health Files
Adenomyose wird gern als ‘kleine Schwester’ der Endometriose wahrgenommen und weniger als eigenständige Erkrankung. Dabei gehören für Frauen mit Adenomyose leider häufig Symptome zum Alltag, die eine spezifische Herangehensweise brauchen.
In diesem Erfahrungsbericht erzähle ich dir, was mir als Adenomyose- und Endometriose-Betroffene bei der Bewältigung meiner Symptome geholfen hat.
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In diesem Artikel
Periodenschmerzen sind nicht normal
Was ist Adenomyose?
Was mir persönlich nicht geholfen hat
Hormonelle Verhütung
TCM Akupunktur
Homöopathie
Sport
Was hilft wirklich bei Adenomyose?
Schmerzmittel
Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS)
Menstruationstasse statt Tampon
Supplements gegen Eisenmangel
Entzündungsarme Ernährung bei Adenomyose
Wärme und Entspannung
Bevor du weiterliest: Ich bin keine Ärztin, sondern Autorin und Betroffene mit viel Erfahrung im Thema. Die hier geschilderten Informationen ersetzen keinen professionellen Rat. Wenn du das Gefühl hast, möglicherweise selbst von Adenomyose oder Endometriose betroffen zu sein und einen starken Leidensdruck spürst, zögere bitte nicht, dir bei Bedarf Unterstützung zu suchen.
Periodenschmerzen sind nicht normal
Periodenschmerzen (Fachbegriff: Dysmenorrhoe) sind keine Seltenheit - für etwa zwei von drei Frauen gehören sie zum Alltag.
Wichtig: Unaushaltbar starke Schmerzen während der Periode haben in der Regel eine Ursache. Nicht selten liegt bei Frauen mit ausprägter Dysmenorrhoe eine gutartige gynäkologische Erkrankung vor. Jede zehnte Frau gilt beispielsweise als betroffen, wenn es um Endometriose geht.
Was ist Adenomyose?
Adenomyose ist eine gutartige chronische Erkrankung der Gebärmutter. Dabei siedelt sich gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe in der Muskelschicht der Gebärmutterwand an und verursacht dort verschiedene Probleme.
Zu den typischen Hauptsymptomen gehören starke, krampfartige (Perioden-)Schmerzen, ungewöhnlich starke Regelblutungen und teils auch unerfüllter Kinderwunsch. Adenomyose wird oft in Zusammenhang mit Endometriose gebracht, beide Erkrankungen können jedoch auch unabhängig voneinander auftreten.
Im Gegensatz zu Endometriose gilt eine Adenomyose als heilbar. Allerdings ist dies nach derzeitigem Stand nur mittels einer Hysterektomie* möglich und demnach nur für Frauen eine Option, die keinen biologischen Kinderwunsch haben oder wenn dieser bereits mit Sicherheit abgeschlossen ist.
*Hysterektomie = die operative (Teil-)Entfernung der Gebärmutter
Was mir persönlich nicht geholfen hat
Bevor du weiterliest, möchte ich eines ganz klar festhalten: nur, weil mir von den unten genannten Dingen nichts wirklich Linderung bringen konnte, muss das nicht bedeuten, dass das für dich genauso gilt. Es könnte gut sein, dass du andere Erfahrungen gesammelt hast oder dass sich etwas davon für dich als passende Lösung herausstellt. Körper reagieren individuell auf Behandlungsansätze und daher lohnt es sich vielleicht, manches selbst auszuprobieren.
Hormonelle Verhütung
Hormonelle Behandlungen sind eine vielgenutzte, nicht invasive Methode zur potenziellen Linderung von Adenomyose- oder Endometriosesymptomen. Zur Linderung von Periodenschmerzen mit hormonellen Verhütungsmitteln wie der Pille kann ich leider nicht viel sagen, weil mein Körper den Versuch einer hormonellen Therapie sehr deutlich abgelehnt hat.
Die Pille, die mir damals verschrieben wurde, hat bei mir zu starken Kopfschmerzen geführt, weshalb ich sie wieder absetzen musste. Sie weiter zu nehmen hätte für mich bedeutet, einfach einen Schmerz durch einen anderen zu ersetzen und dadurch hätte ich keine Lebensqualität dazu gewonnen.
Hormonelle Therapien wie die Pille sind der häufigste Ansatz bei Adenomyose und Endometriose und werden deshalb früh im Behandlungsverlauf von Gynäkologen und -innen vorgeschlagen. Daher ist die Schwelle sehr niedrig und man hat praktisch jederzeit die Möglichkeit, einen hormonellen Behandlungsweg auszuprobieren, wenn man das möchte. Ob dieser Weg für einen selbst infrage kommt oder nicht, würde ich von den individuellen Lebensumständen, den persönlichen Zukunftsvorstellungen, möglichen Nebenwirkungen und den eigenen Prioritäten abhängig machen.
Es empfiehlt sich außerdem, dazu den Rat eines Arztes oder einer Ärztin heranzuziehen, der oder die sich mit dem Thema Adenomyose beziehungsweise Endometriose gut auskennt und weiß, welche Hormone in welcher Dosierung am besten zugeführt werden sollten.
TCM Akupunktur
Ich hätte gern etwas anderes zu berichten, aber regelmäßige Akupunktur hat mir leider bei keinem meiner Adenomyose-Symptome geholfen. Auch bei den Schmerzen habe ich auch nach Monaten der Behandlung keinen wirklichen Unterschied wahrgenommen.
Ich habe mich damals von einer erfahrenen Schulmedizinerin und TCM-Ärztin behandeln lassen, der ich sehr vertraut habe. Sie hat von Anfang an nichts beschönigt, sondern war ehrlich in ihrer Einschätzung. Man könne es versuchen, meinte sie, aber mit traditioneller chinesischer Medizin gegen Adenomyose anzukommen sei ihrer Ansicht nach schwierig.
Ich bin trotzdem froh, dass wir dem Ganzen eine Chance gegeben haben, denn man weiß ja nie. Mir persönlich hat es an dieser Stelle nur leider nicht viel gebracht und da die Kosten für solche komplementärmedizinische Behandlungen meist nicht übernommen werden, habe ich nach einigen Monaten auch wieder damit aufgehört.
Homöopathie
Als klare Kritikerin der Homöopathie hat mich dieses Ergebnis nicht wirklich überrascht. Aber chronisch Kranke wissen, dass starke Schmerzen einen dazu bringen, auch Dinge auszuprobieren, denen man eigentlich skeptisch gegenübersteht.
Warum Homöopathie scheinbar bei einigen Menschen wirkt, obwohl man nachweislich ohne echten Wirkstoff behandelt, lässt sich meiner Meinung nach wahrscheinlich am besten mit dem Placebo-Effekt erklären.
Mir wurden im Laufe der Jahre mehrfach verschiedene homöopathische Mittel empfohlen, von denen ich manche auch ausprobiert habe. Die Wirkung war aber, wie gesagt, bei allen Kügelchen, egal welchen Ursprungs, erwartungsgemäß gleich null.
Ich bin normalerweise kein Fan von Pauschalisierung, aber in dieser Sache der Ansicht, dass man stattdessen vielleicht lieber auf sorgfältig ausgewählte Supplements setzen sollte, die im Gegensatz zu homöopathischen Mitteln auch tatsächliche Wirkstoffe enthalten. Auf den individuellen Bedarf angepasst (im Idealfall mit dem Blutbild abgeglichen) können Nahrungsergänzungsmittel tatsächlich eine stoffbasierte Wirkung entfalten, aber dazu später mehr.
Sport
Häufig hört man ja, dass Bewegung und Sport gegen Periodenschmerzen sinnvoll sein sollen. Ich persönlich kann das absolut nicht unterschreiben. Es gab mehr als genug Tage, an denen ich vor Schmerzen schon zusammengeklappt bin, wenn ich nur mal etwas zügiger zum nächsten Hörsaal laufen musste. An Sport war in solchen Momenten also absolut nicht zu denken, ich war ehrlich gesagt einfach froh, wenn ich den Tag überstehe.
Während ich mir vorstellen kann, dass sich Bewegung bei leichten Verkrampfungen angenehm positiv auswirkt, glaube ich, dass bei zugrundeliegenden Erkrankungen wie Endometriose oder eben auch Adenomyose ein anderer Maßstab sinnvoll ist. Hier kann eine falsche Bewegung unter Umständen kontraproduktiv sein.
Was hilft wirklich bei Adenomyose?
Die Linderung von Adenomyose-Symptomen ist, wie bei den meisten frauengesundheitlichen Themen, eine individuelle Angelegenheit. Ich habe über die Jahre viele verschiedene Dinge ausprobiert und für mich einige klare Favoriten gefunden, die mein Leben mit Adenomyose deutlich erleichtert haben.
Schmerzmittel
Viele Adenomyose- und Endometriosebetroffenen kommen um eine gut geplante Schmerzmedikation nicht herum, weil die Schmerzen sonst schlicht nicht auszuhalten wären.
In meinem Fall hieß das: Schmerzmittel, wie man sie zum Beispiel nach der Weisheitszahn-OP verschrieben bekommt. Diese Medikamente verlangsamen die Reaktionszeit, man darf also damit nicht Autofahren. Bei rechtzeitiger Einnahme regeln sie das Schmerzlevel die meiste Zeit recht zuverlässig herunter.
Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS)
Die sogenannte transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) ist eine medikamentenfreie Methode zur Linderung von Periodenschmerzen. Mittels Reizstrom, der durch den Körper geleitet wird, wird das Nervensystem dazu gebracht, Schmerzinformationen anders zu verarbeiten, was sie wiederum erträglicher werden lässt.
Es gibt hier viele verschiedene Ausführungen, Anbieter und Preiskategorien. TENS-Geräte sind für gewöhnlich kaum bis gar nicht hörbar, werden für die Dauer der Nutzung direkt auf die Haut aufgeklebt und können oft unauffällig unter der Kleidung getragen werden.
Mein TENS-Gerät war für mich wahrscheinlich der größte Gamechanger auf meiner Reise mit Adenomyose. Ich konnte an manchen Tagen, an denen ich es vor Schmerzen sonst kaum aus dem Bett geschafft hätte, wieder vor die Tür. Ich musste insgesamt wesentlich weniger Schmerzmittel nehmen, es gab Schmerztage, da bin ich sogar nur mit dem Gerät klargekommen. Weil mein Gerät klein und kabellos ist, konnte ich es auch in der Uni problemlos tragen und die Einstellungen je nach Schmerzlevel flexibel mittels Knopf anpassen.
Ein wichtiger Tipp: Nicht zu lange mit der Anwendung warten. Wenn sich der Schmerz schon “festgebissen” hat und die Verkrampfung sehr stark ist, ist es tendenziell schwerer, diese wieder gelöst zu bekommen. Das Ziel ist hier, wirklich rechtzeitig anzufangen, wenn man spürt, dass die Schmerzen im Anmarsch sind.
Wie und warum ein TENS-Gerät bei Endometriose und Adenomyose funktioniert, kannst du in diesem Artikel genauer nachlesen.
Menstruationstasse statt Tampon
Bei mir hatte der Wechsel von Tampons zu Tasse (Cup) eine spürbar positive Auswirkung. Ich hatte das Gefühl, dass mein Körper sich mit dem Cup sehr viel besser anfreunden konnte und weniger gekrampft hat verglichen mit der Zeit, in der ich noch Tampons verwendet habe.
Ein weiterer Vorteil der Menstruationstasse ist neben dem größeren Fassungsvermögen auch der, dass man sie tendenziell länger im Körper lassen kann als einen Tampon. Und es kann bei chronischen Schmerzen eine Erleichterung sein, sich weniger häufig um einen Wechsel kümmern zu müssen.
Supplements gegen Eisenmangel
Chronischer Eisenmangel und Eisenmangelanämie waren für mich mit die am schwersten zu bewältigenden Herausforderungen bei meiner Adenomyose. 2019 wurde bei mir erstmals ein viel zu niedriger Eisenwert gemessen, woraufhin ich künftig mehrere Stunden die Woche für Eiseninfusionen in meiner damaligen Hausarztpraxis saß.
Irgendwann hat mein Körper die Eiseninfusionen dann nicht mehr vertragen. Was ich ab dann stattdessen in meinen Alltag integriert habe, sind hochdosierte Eisensupplements. Mit deren Hilfe habe ich meinen Eisenwert einigermaßen stabilisiert bekommen und hatte nie Probleme mit der Verträglichkeit, anders als man es oft bei Eisentabletten erlebt.
Entzündungsarme Ernährung bei Adenomyose
Die Ernährung hat einen großen Einfluss auf sämtliche körperliche Prozesse, auch bei der Entwicklung von progressiven Erkrankungen wie Endometriose und Adenomyose. Während man allein mit der Ernährung zwar sicherlich keine Wunder geschehen lassen kann, ist eine gute Nährstoffversorgung aber definitiv nicht egal. Eine möglichst ausgewogene und entzündungsarme Ernährung wirkt positiv gegen die endometriose- und adenomyosebedingten Entzündungen im Körper.
Ernährung muss dabei nicht kompliziert sein und ganz sicher nicht perfekt. Es geht dabei mehr um die langfristige Zusammensetzung und darum, eine Balance zu finden, die für einen selbst funktioniert. Dafür braucht es nicht unbedingt die teuersten Wundermittel.
Wärme und Entspannung
Alles, was mit Wärme zu tun hat, tut oft auch gut bei Adenomyose: Wärmflasche, ein warmes Bad, eine Heizdecke, kuschelige Kleidung. Wärme löst Verkrampfungen, was besonders bei starken Periodenschmerzen wichtig ist.
Entspannung ist also das übergeordnete Ziel, weil diese der Verkrampfung direkt gegenübersteht. Deshalb kann es auch helfen, Entspannungsübungen nach Wahl in den Alltag zu integrieren, vor allem in stressigen Phasen.
Fazit
Adenomyose prägt die Alltagsrealität vieler Frauen. Wie viele es tatsächlich sind, darüber streitet sich die Wissenschaft. Was für Betroffene zählt, ist die Tatsache, dass Adenomyose zwar viel zu oft unentdeckt bleibt, aber stärker spürbar ist, als man vielleicht denkt.
Was mir das Leben mit Adenomyose wesentlich leichter gemacht hat, ist eine Kombination aus verschiedenen Dingen: punktuelle Schmerzmittel, mein TENS-Gerät, eine Menstruationstasse statt Tampons, Supplements gegen Eisenmangel, eine entzündungsärmere Ernährung, Wärme und Entspannung.
Was mir geholfen hat, muss nicht automatisch auch jemand anderem helfen. Wichtig ist meiner Meinung nach vor allem der Erfahrungsaustausch: besonders dann, wenn es um Frauengesundheit geht.
Wenn du auch von Endometriose oder Adenomyose betroffen bist: was hat dir geholfen?
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